Aggressive Methoden – Unternehmerfamilie Krüger setzt auf Streikbrecher
Am 1. November 2012 traten die Arbeiter der Firma Neupack in den Werken Hamburg-Stellingen und Rotenburg (Wümme) in den unbefristeten Streik. Wir haben auf dieser Seite bereits am 9. Mai 2012 über ernsthafte Schwierigkeiten der Belegschaft mit einer halsstarrigen und offenbar wirklichkeitsfremden Unternehmensführung berichtet.
Jetzt sind die Kollegen, die in der IG BCE organisiert sind, in einen sog. “Erzwingungsstreik” getreten, da die Firma laut Presseberichten seit 50 Jahren ohne Tarifvertrag ist. Die Arbeiter_innen berichten von ungleichem Lohn, Unternehmergebaren nach Gutsherrenart.
Union Busting mit System
Bundesweite Bedeutung gewinnt der Streik, da das Management äußerst aggressive Methoden einsetzt wie wiederholte konstruierte Kündigungen gegen den Betriebsratsvorsitzenden Murat Günes, die Weigerung ernsthaft zu Verhandeln, finanzielle Sanktionen gegen Teilnehmer eines Warnstreiks.
Laut Pressemitteilung der IG BCE gelang es den Streikenden zunächst, die Produktion auf 10 % herunter zu fahren. Am ersten Streiktag wurde, laut IG BCE ein Streikposten in Rotenburg/Wümme von einem Neupack-Lieferwagen angefahren. Ab dem 6. November 2012 kam es zum Einsatz einer polnischen Streikbrecherfirma, der Leiharbeitsfirma “Work Express” aus Katowice. Die Rechtmäßigkeit des Streikbrecher-Einsatzes wird derzeit vor Gericht umstritten, vor den Werkstoren soll es bereits zu handgreiflichen Rangeleien gekommen sein.
Die IWW Köln und des Mitglied des IWW-Sekretariats Harald Stubbe (Betriebsgruppe Eurest / Frankfurt) erklärten sich solidarisch. Die Kölner Wobblies schlagen vor, Supermärkte unter Druck zu setzen, die Streikbrecher-Plastikbecher aus der Neupack-Produktion im Sortiment haben.
Links und weitere Infos: Weiterlesen