Erste Starbucks Filiale in Québec von der IWW organisiert
Am 14. Juli 2009 stellte die Belegschaft der Starbucks Filiale Germain-des-Prés im Stadtteil Ste-Foy in Québec City bei der zuständigen Bundesbehörde den Antrag auf Anerkennung ihrer gewerkschaftlichen Organisierung. Insgesamt 15 Mitarbeiter - viele von ihnen StudentInnen - entschlossen sich der IWW beizutreten, weil es Ärger mit der Unternehmensleitung in folgenden Punkten gab:
- Ungerechte und willkürliche Stundenpläne und Schichteinteilungen
- Verdichtung der Arbeit / ständig neue Anforderungen Den gesamten Beitrag lesen »
Die Journalistin Gitta Düperthal schreibt anlässlich einer Veranstaltung in Frankfurt/Main über die Organisierung der IWW unter LagerarbeiterInnen in Brooklyn und Queens (New York) und Angestellten der Kaffee-Haus-Kette Starbucks.
Wir dokumentieren einen Artikel der linken Tageszeitung junge welt vom 9. September 2008:
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Starbucks ist keineswegs einer der 50 besten Arbeitgeber der Welt
Liebe UnterstützerInnen, Freundinnen und Freunde der IWW Starbucks Workers Union!
Bitte nehmt euch einen Moment Zeit, an einer E-Mail-Aktion teilzunehmen. Schickt einen Protestbrief an den Herausgeber des „Fortune Magazine“, das bereits im zweiten Jahr in Folge wissentlich grobe Unwahrheiten über Starbucks als Arbeitgeber verbreitet.
Starbucks wirbt weltweit Arbeitskräfte unter anderem mit der Begründung, dass das Unternehmen vom us-amerikanischen Fortune Magazine in der jährlichen Top-50-Liste der arbeitnehmerfreundlichsten Unternehmen geführt wird („50 Best Companies to work for“).
Das „Fortune Magazine“ ist eine Wirtschafts-Illustrierte, die zum TimeWarner Konzern gehört und im deutschsprachigen Raum in etwa mit Blättern wie „Forbes“ oder „Capital“ vergleichbar ist. Die Aufnahme von Unternehmen in die populären Ranking-Listen des “Fortune Magazine” erfolgt anscheindend nach äußerst merkwürdigen Kriterien; dennoch erfreuen sich diese seit Jahrzenten großer Resonanz.> Wir danken im Namen der Beschäftigten bei Starbucks und ihrer Familien für euer Engagement, die Tatsachen zurecht zu rücken!
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Die Finanzkrise in den USA schadet offenbar den Geschäften der weltgrößten Kaffee-Haus-Kette. Auch gewerkschaftliche Aktivitäten bereiten dem Konzern Probleme. Wir dokumentieren einen Artikel von Heiner Stuhlfauth aus der Jungle-World vom 24. Januar 2008:
Der 7. Januar sollte eigentlich die Wende für den einstigen Börsenliebling Starbucks bringen, die US-Kette, die auch deutsche Innenstädte seit zwei Jahren mit Filialen bepflastert. An jenem Tag kehrte Howard Schultz zurück auf den Posten des Geschäftsführers (CEO). Der Unternehmensgründer, der in den USA sehr bekannt ist und von manchen als »charismatisch« bezeichnet wird, auf andere allerdings eher schmierig wirkt, soll den verloren geglaubten »Spirit« zurück in das Unternehmen bringen. Zuvor hatte McDonald’s angekündigt, Starbucks mit der Einrichtung eigener Kaffee-Bars auf dem US-Markt zu attackieren. Die »McCafes« waren in Übersee, u.a. in Deutschland, an bislang 300 Orten, getestet und für gut befunden worden.
Keine Lust mehr auf Frappuccino dingsbums
Die Starbucks-Aktie erholte sich nach der Rückkehr von Schultz kurzfristig, nachdem der Kurs innerhalb eines Jahres um 48 Prozent gesunken war. Zum Jahreswechsel hatte die Ratingagentur Bear Sterns & Co. ihre Empfehlung von »gleichbleibend« (peer perform) zu »abstoßen« (outperform) geändert. Joseph Buckley, der Analyst von Bear, begründete seine Skepsis einem Bericht der Agentur Bloomberg zufolge u.a. damit, Starbucks habe durch stetige Expansion seine Kundenbasis auch auf »weniger wohlhabende Kunden erweitert, die jetzt auf wirtschaftliche Belastungen reagieren«.
Der Niedergang der US-Finanzmärkte, der mit dem Platzen der Hypothekenblase begann und sich inzwischen zu einer dramatischen Krise der Banken und des Dollars gesteigert hat, vergällt den Büroangestellten in den Innenstädten offenbar den Geschmack an Frappuccino Latte on ice und anderen Kreationen mit albernen Namen. Deren Preise (bis sechs Dollar) lassen sich hauptsächlich aus dem Image der Marke Starbucks erklären.
Am 15. November musste Starbucks erstmals einen Rückgang der Kundenzahlen in den USA bekannt geben, obwohl ständig neue Filialen eröffnet wurden. Somit dürfte auch Starbucks zu den Opfern der derzeitigen Finanzkrise zählen und wäre das erste von der Krise betroffene Großunternehmen, dessen Geschäftsfeld, anders als bei den bisher betroffenen Banken, außerhalb von Immobilienspekulation
und Kreditvergabe liegt.
IWW Starbucks Workers Union: Boykott und schlechte Presse
Doch es gibt noch die Faktoren Mensch und Arbeit, die ebenfalls ihren Beitrag zum Wertverlust der Starbucks-Aktie geleistet haben dürften. Sie startete im Juni 1992 mit 17 Dollar, am 5. Mai 2006 erreichte sie mit 39,63 Dollar ihren Höchststand und rutschte seitdem bis zum 2. Januar dieses Jahres auf 19,31 Dollar ab.
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Beteiligt euch an der E-Mail-Kampagne: Damit die Rede der Starbucks-Kette von “sozialer Verantwortung”, “Respekt” und “Würde” nicht ewig nur hohles PR-Geschwätz bleibt!
Starbucks ist die größte Kaffee-Hauskette der Welt. Im so genannten “Mission Statement” (Absichtserklärung) des Unternehmens ist im deutschsprachigen Raum der folgende Satz zu finden: “Wir schaffen uns ein großartiges Arbeitsumfeld und behandeln uns mit Respekt und Würde.” In den USA ist an dieser Stelle außerdem ein Bekenntnis zur “Vielfalt der Rassen” (racial diversity) zu finden. Dass davon in der Realität nicht viel zu spüren ist, können die Beschäftigten bezeugen. Arbeiterrechte? Gewerkschaftliche Selbstorganisation? Tauchen in der Gedankenwelt der Kaffee-Tycoone nicht auf.
Die IWW Starbucks Workers Union (SWU) fordert jetzt Feiertagsvergütungen für den 21. Januar 2008, der in den USA als Martin Luther King Tag (MLK Day) bekannt ist. Anders als am US-Nationalfeiertag, dem 4. Juli, und am Neujahrstag erhalten die Starbucks-Beschäftigten, die dann arbeiten müssen, am MLK Day keine Zuschläge.
Die SWU schreibt: “Dr. King war ein zeitloser Anwalt der wirtschaftlichen Gerechtigkeit wie der Bürgerrechte. Er wurde ermordet, als er nach Memphis reiste, um ArbeiterInnen in der Pflege zu unterstützen, die das Recht einforderten, einer Gewerkschaft beizutreten und ihre menschliche Würde zu verteidigen. Einer von drei Arbeitgebern [in den USA] gewähren ihren ArbeiterInnen mittlerweile einen bezahlten Feiertag am MLK Day. Eine Sondervergütung für diesen Tag wäre das Mindeste, was Starbucks tun könnte.”
Die IWW Starbucksworkers Union bittet euch, an ihrer E-mail-Kampagne zum MLK Day teilzunehmen. Auf folgender Seite findet ihr einen Vordruck, den ihr ausfüllen und per Knopfdruck an die Starbucks-Verantwortlichen senden könnt: http://www.starbucksunion.org/node/1919
Weitere Infos:
IWW Starbucksworkers Union