So hätten es Chefs wohl gerne:„Wer den Mund auf macht fliegt raus.“ Wenn es keinen Grund gibt, erfinden sie eben rasch etwas. Fünf Erzieherinnen in Paris erging es genau so.
Den Frauen bei „Giono“, einer Kindertagestätte von „People and Baby“, passte so einiges nicht in ihrer Arbeit. So gingen sie im März in den Streik. Mit Unterstützung der Eltern der Kinder, schließlich ging es den Frauen in ihren Forderungen auch um das Wohl der Kinder. Einen Tag später waren sie suspendiert. Allesamt. Vorwand: „Verstoß gegen die Hygienevorschriften“ - trotz ausschließlich positiven Bewertungen bei einer Überprüfung dieses Bereichs im Februar und obwohl das Arbeitsschutz- und Gesundheitsamt die Gründe schriftlich in Zweifel zog. Nichts neues bei People and Baby, die Arbeitsaufsichtsbehörde stellte wiederholt Verstöße gegen das Arbeitsrecht fest.
Die CNT Frauen machen nun das einzig Richtige: solidarisch weiter kämpfen! Zwei der Frauen gelang sich gegen diese Frechheit zu wehren und wieder eingestellt zu werden. Sie befinden sich seit dem weiter im Streik und machen mit zahlreichen und phantasievollen Aktionen auf sich aufmerksam. Bis die Kolleginnen wieder eingestellt sind. So muss es sein!
Die Kolleginnen freuen sich über Protestbriefe an die Chefs(gerne auch deutsch):
E-Mail:
christophe.durieux@people-and-baby.com
Post:
Christophe Durieux
16 avenue Hoche
75008 Paris
Petition für die Wiedereinstellung
Seite der Kolleginnen
Mitteilung der CNT wie über ISC erhalten (PDF)
Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Wolfgang Schaumberg von »Gegenwehr ohne Grenzen« (GoG),
unabhängige Betriebsgruppe bei Opel Bochum
Mittwoch 30. Juni um 19.30 Uhr im SIKS (Stadtteilinitiative Koblenzer Straße e.V.),
Koblenzer Str. 9 (nahe S-Bahn-Station Galluswarte)
10 000 Arbeitsplätze weniger und rund 1,3 Mrd. Euro – das ist der Preis, den die Opel-Beschäftigten in den nächsten
fünf Jahren europaweit für die Opel-Sanierung zahlen sollen. Zwei Drittel der Beiträge tragen die MitarbeiterInnen
an den deutschen Standorten in Bochum, Eisenach, Kaiserslautern und Rüsselsheim. Der Betriebsrat wirft Opel-
Chef Reilly Entscheidungen nach Gutsherrenart vor. Allerdings haben Konzernbetriebnsrat und Gewerkschaft
während der Opel-Krise selbst nicht gerade eine gute Figur gemacht und sich mit ihren Verlautbarungen voll in den Dienst des Unternehmens gestellt.
»Gegenwehr, das müssen wir schon selber tun«, lautet ein zentrales Motto, mit dem die basisgewerkschaftliche Gruppe »Gegenwehr ohne Grenzen« (GoG) bei Opel-Bochum seit 38 Jahren mit ihrem kämpferischen Kurs keinen Konflikt mit dem Management und der Gewerkschaftsbürokratie scheut. Die GoG organisiert sich gegen Standortnationalismus und Verzichtslogik. Ein großer Teil der Belegschaft, die mit Verzicht auf Lohnerhöhungen und Kurzarbeit schon lange für die Krise zahlt, folgt momentan mit der Faust in der Tasche dieser Standortlogik. Wie lange noch? Je weniger die Bochumer Opel-Belegschaft ihre Forderungen an eine »Opel-Rettung« knüpft, je mehr also ein Überleben auch ohne Opel gefordert wird, zusammen mit den anderen Krisenopfern, desto größer ist die Chance, dass eine breite betriebs- und branchenübergreifende Protestbewegung der Lohnabhängigen entsteht.
Wolfgang Schaumberg wird die Analyse der Gruppe zur Krise in der Automobilindustrie und den Perspektiven
einer klassenkämpferischen und antikapitalistischen Betriebslinken darstellen. In diesem Zusammenhang wird
auch eine Bilanz der betrieblichen und sozialen Auseinandersetzungen der letzten Jahre, etwa des »wilden Streiks«
2004 im Bochumer Opelwerk und die kritische Betrachtung der Rolle der Gewerkschaften eine Rolle spielen. Wir
freuen uns auf eine spannende und kontroverse Diskussion.
VeranstalterInnen: IWW Frankfurt/M in Kooperation mit express - zeitung für sozialistische betriebs- und gewerkschaftspolitik
IWW Frankfurt unterstützt bundesweite Demo für freie Bildung uns selbstbestimmtes Leben
Zeit: Samstag, 30. Januar 2010 um 14 Uhr
Ort: Uni-Campus Bockenheimer Warte, Frankfurt am Main
Hier der Demo-Aufruf der beteiligten Gruppen:
Die Ausrichtung aller Lebensbereiche auf ihre Verwertbarkeit verschärft sich. Flankiert wird diese Entwicklung durch autoritäre Maßnahmen und die Kriminalisierung sozialer Widerstände. Stechuhren, Hartz IV, Ausbildungsplatzmangel, Exzellenzinitiativen, Selektion an Schulen und Hochschulen, Abschiebungen und „blue cards“ nur für „hochqualifizierte“ Migrant_innen, all das sind nur einige Kennzeichen einer ausgrenzenden Gesellschaft. Einer Gesellschaft, in der nicht die Menschen und ihre Bedürfnisse, sondern ihre Verwertbarkeit im Mittelpunkt steht. Den gesamten Beitrag lesen »
Der Sammelband “ArbeitsUnrecht. Anklage und Alternativen” erkundet erstmals ein weitgehend unbekanntes Terrain: die systematische Entwertung und Entrechtung von Arbeit in Deutschland.
Dass Hartz IV in seinen alltäglichen Auswirkungen ein Verbrechen darstellt, ist seit längerem durch schmerzhafte Erfahrungen im Bewusstsein der arbeitenden und arbeitslosen Bevölkerung angekommen. Ebenso dringen immer häufiger Fälle von “Verdachtskündigung”, fingierten Abmahnungen und systematischen Schikanen durch Vorgesetzte in die Öffentlichkeit.
Der von Werner Rügemer heraus gegebene Sammelband “ArbeitsUnrecht” fasst erstmals zusammen was zusammen gehört: Lohnraub, gelbe Gewerkschaften, das System Hansen der blauen Bahn-Gewerkschaft transnet, die ARGE als Exklusionsmaschine, politischen Streik (und seine scheinbare Unmöglichkeit in Deutschland), Workfare-Konzepte, Prekarisierung, Krankheit durch Arbeit, Mobbing und vieles mehr.
Unter zahlreichen Beiträgen von Gewerkschaftern, Anwälten, Publizisten und Aktivisten findet sich nicht zuletzt ein Thema, das die IWW in Deutschland auf die Tagesordnung gesetzt hat: Die Zustände bei Deutschlands größter Kantinen- und Catering-Kette Eurest oder “Warum der Betriebsrat sich im Dienst die Taschen zunäht.” Den gesamten Beitrag lesen »
Der Chemie-Konzern Bayer schüttet 2008 eine Rekord-Dividende aus. Für 2009 stehen Arbeitsplatzvernichtung und Effizienz-Programme an / Die Gewerkschaft IG BCE hält dennoch eisern an “Sozialpartnerschaft” fest.
Wir dokumentieren einen Artikel von Jan Pehrke aus dem Magazin “Stichwort BAYER” der Coordination gegen Bayer-Gefahren.
„Robust in schwierigem Umfeld“ hielt sich der Leverkusener Multi im 1. Halbjahr 2009 nach Meinung des BAYER-Chefs Werner Wenning. In den Zahlen seines Zwischenberichtes ausgedrückt heißt das: knapp sechs Prozent weniger Umsatz und sieben Prozent weniger Gewinn als im Vorjahreszeitraum. Und im zweiten Jahresviertel blieb der Konzern Wenning zufolge ganz im Soll. „Insgesamt hat das 2. Quartal unsere Erwartungen voll erfüllt“, so der Vorstandsvorsitzende. Den gesamten Beitrag lesen »