wobblies.de
Redcard der WobbliesDu hast also zum dreizehnten Mal deine Beiträge bezahlt und dein Delegate hat deine nigelnagelneue Red Card ausgefüllt, die dich nunmehr 5 Jahre begleiten wird und damit die schnöde einjährige Starterkarte ersetzt?

Wenn dem so ist, zunächst einmal, herzlichen Glückwunsch und ein Tipp: Versuch sie gar nicht erst in deiner Brieftasche aufzubewahren, das klappt eh nicht. Zweitens, lass uns darüber nachdenken, wie wir sichergehen können, dass dies nur eine von vielen Fünfjahreskarten sein wird. In den USA haben wir das Ziel in 10 Jahren 10.000 neue Wobblies zu gewinnen. Sollte uns das gelingen, vor allem im Hinblick darauf, dass wir weiterhin eine Basisgewerkschaft sein wollen, die von den Mitgliedern am Laufen gehalten, geführt und finanziert wird, müssen wir ebenso über die hohe Mitgliederfluktuation reden. Nicht allein aus der Logik der Mitgliedszahlen heraus, sondern aus der Notwendigkeit heraus, dass eine Basisgewerkschaft nur funktionieren kann, wenn es eine bestimmte Anzahl an Mitgliedern gibt, die willens und fähig sind, sich kritisch mit der eigenen Gewerkschaft auseinanderzusetzen, neue Ideen einzubringen und Strategien zu entwickeln, die einer konstruktiven Diskussion zuträglich sind.

Weiterlesen: Wobbly ein Leben lang

Quelle: Demofotografie HHAnfang Juni dieses Jahres wurden zwei GewerkschafterInnen von ihrem Arbeitgeber Vodafone Griechenland entlassen. Beide hatten sich für die Beschäftigten bei Subunternehmern engagiert.

Als Reaktion auf die Kündigung beschloss die Belegschaft von Vodafone Griechenland eine 24stündige Arbeitsniederlegung am 5. Juni. Seitdem gab es fast täglich Kundgebungen und Demonstrationen.

Für den 25. Juni wurde ein weiterer 24stündiger Streik organisiert und darüber hinaus europaweit zu Aktionen aufgerufen.

Diesem Aufruf folgten auch in Hamburg rund ein Dutzend AktivistInnen der SAV Hamburg und der IWW und fanden sich an diesem Tag zu einer Solidaritätsaktion vor der Vodafone-Hauptfiliale am Jungfernstieg ein.

Per Megafon und durch Verteilen von Flugblättern informierten sie Passanten über den Streik in Griechenland und warfen Vodafone vor, trotz Millionengewinnen die Löhne zu senken und gewerkschaftliche Interessenvertretungen direkt und indirekt (z.B. durch Zersplitterung der Belegschaft durch Outsourcing, Leiharbeit oder befristete Beschäftigung) zu bekämpfen.

Die Demonstranten forderten, solchen Methoden durch innerbetriebliche und internationale Solidarität aller ArbeiterInnen entgegenzutreten.

Foto mit freundlicher Genehmigung von Demofotografie HH