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August 20th, 2008

El camino se hace al andar - The road is made by walking

Die Organisierung illegaler LagerarbeiterInnen in Brooklyn / New York. Eine Veranstaltungs-Tour mit Stephanie Basile (IWW New York) vom 2.-15 September 2008

Die IWW im deutschsprachigen Raum organisiert, in Kooperation mit lokalen gewerkschaftlichen Gruppen und Initiativen, eine Reihe von Veranstaltungen in 9 Städten, um über den Kampf von New Yorker LagerarbeiterInnen zu informieren, Solidarität zu ermöglichen und einen Beitrag zur Debatte über selbstorganisierte gewerkschaftliche Strategien im Kampf gegen Ausbeutungsverhältnisse und rassistische Diskriminierung zu leisten. (Termine siehe unten)

Seit 2005 organisieren sich ArbeiterInnen in den New Yorker Hafenstadtteilen Brooklyn und Queens, um gegen ihre extremen Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Sie arbeiten über 60 Stunden die Woche, weit unter Mindestlohn, ohne Kranken- und Sozialversicherung. Viele von ihnen sind illegal in den USA, die meisten aus Lateinamerika. Ihnen droht, wenn sie ihre elementaren Rechte einfordern, nicht nur die Kündigung, sondern auch die Abschiebung.

Dennoch haben sich im Laufe der Zeit die Beschäftigten von 10 Lagerhäusern der IWW angeschlossen, einer kleinen militanten internationalen Basisgewerkschaft, die seit 1905 abseits etablierter Gewerkschaftsstrukturen aktiv ist. Die New Yorker IWW arbeitet regelmäßig zusammen mit „Make the Road by Walking“ (Hace el camino caminado), einer Initiative, die Community-Zentren in migrantischen Vierteln betreibt (derzeit in Bushwick, Brooklyn, Woodside and Jackson Heights, Queens and Port Richmond, Staten Island).

Stephanie Basile (24) ist Mitglied der IWW New York City. Sie ist in der Kampagne aktiv und wird erläutern, wie die IWW versucht, in einem Dreikampf aus Protest, Boykott und Gerichts-Prozessen, die Ausbeuter in die Knie zu zwingen.

Das Programm:

Stuttgart: Dienstag 2.9. um 18 Uhr, DGB-Haus (Kellerschenke), Willi-Bleicher-Str. 20, veranstaltet von: Zukunftsforum Stuttgarter Gewerkschaften

Frankfurt/M: Donnerstag 4.9. um 20 Uhr, Türkisches Volkshaus, Werrastr. 29, veranstaltet von: IWW Frankfurt

Marburg: Freitag, 5.9. um 20.30 Uhr, Cafe am Grün, veranstaltet von: Arbeitsgemeinschaft für gewerkschaftliche Fragen

Köln: Samstag 6.9. um 20 Uhr, Allerweltshaus, Körnerstr. 77-79, veranstaltet von: IWW Köln

Bochum: Montag 8.9. um 19.30, Bahnhof Langendreer, Wallbaumweg 108 Veranstaltet von: LabourNet Germany und Kulturzentrum Bahnhof Langendreer

Wuppertal: Dienstag 9.9. um 19 Uhr, Alte Feuerwache, Gathe 6 (Elberfeld) Veranstaltet von: Basisinitiative Solidarität (BaSo)

Bremen: Mittwoch 10.9. um 20 Uhr in der Buchtstr.14/15, veranstaltet von: FAU Bremen

Hamburg: Donnerstag 11.9. um 18.30 Uhr im Curiohaus, Rothenbaumchaussee 15, veranstaltet von: Jour Fixe Gewerkschaftslinke

Göttingen: Freitag 12.9. um 19 Uhr im DGB-Haus, Obere Masch 10, veranstaltet von: Göttinger Betriebsexpress

Berlin: Montag 15.9. um 20 Uhr im FAU-Lokal, Straßburger Str. 38, veranstaltet von: FAU Berlin

Es erwarten uns spannende Diskussionen: - über die Arbeits- und Kampfbedingungen der illegalen LagerarbeiterInnen - über die Situation der Gewerkschaften und sozialen Bewegungen in den USA - über das Konzept des „solidarity unionism“ als Organisierungsansatz - über die Möglichkeiten internationaler Solidarität und Gegenmacht der ArbeiterInnen.

Infos / Links:

“Wobblies organize Brooklyn Warehouses” - The Brooklyn Rail Nr. 4/2007 (engl.)
Update über den Stand der Auseinandersetzungen - Industrial Worker, Juni 2008 (engl.)

IWW Lagerarbeiter gefeuert - Nachricht auf wobblies.de vom 16. Januar 2007

Posted by stuhlfauth in allgemein, IWW-news, globales, regional: rhein-main, regional: köln, termine / veranstaltungen

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One Response to “El camino se hace al andar - The road is made by walking”

  1. stuhlfauth says:

    Kurzbericht am morgen nach unserer veranstaltung in köln am samstag 6. sept. 2008 mit stephanie basile:

    Zunächst mal: stephanie und ihre kollegin aus Chicago sind dann doch noch gut angekommen. Waren in köln/deutz aus dem zug gestiegen (also rechtsrheinsisch), anstatt zum hbf zu fahren. Ging dann aber alles am ende gut aus - wozu gibt es taxis?

    Die veranstaltung war zahlenmäßig nicht so gut besucht (ca. 15 Personen), was am termin gelegen haben mag (der samstagabend ist zum ausgehen da).
    Sicherlich müssen wir uns aber auch gedanken machen, welche kanäle in der stadt wir in zukunft benutzen und erschließen könnnen. Angesichts von 1
    Mio. einwohnern fand ich es doch etwas mau.

    Nichtsdestotrotz war ein nettes und interessiertes Publikum beisammen. Fragen wurden gestellt: Nach der rechtlichen Situation in den USA, die ja für uns schwer zu verstehen ist. Ich würde es mal eine form von “institutionalisierter schizophrenie” nennen: Du bist illegal, aber der
    boss darf dich nur innerhalb der ersten 72 stunden nach deinen papieren fragen. Cops dürfen einzelpersonen nicht wegen illegalität hops nehmen
    (außer sie verbrechen irgend etwas anderes), du hast theoretisch gewerkschaftliche und arbeitsrechte wie alle anderen auch, die aber
    aufgrund des unsicheren status schwer durchsetzbar sind. In deutschland dagegen: Polizeikontrolle, Behördengang gleich Abschiebung.

    Selbstredend steht dahinter nur zum teil eine andere rechtsauffassung - das verhältnis von individuum zum staat ist in den usa historisch ein
    anderes- sondern die abhängigkeit der us-industrie von der ausbeutung illegaler arbeiterInnen. Stephanie sagte, dass die gesamte nahrungsmittelbranche in new york von immigranten am laufen gehalten wird. Dieser Aspekt fehlte in unserer broschüre zur Tour bislang.

    Danach ging es in unsere stammkneipe in köln-ehrenfeld wo sich viele nette gespräche ergaben und eine ordentliche menge kölsch und astra durch die kehlen floss.

    for the union
    Stuhlfauth

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