Arbeiter-Unruhe im Transportbereich geht weiter / ver.di konzeptlos und unvorbereitet
Vor einigen Tagen haben wir über diverse Streiks im Flug- und Busverkehr in Europa berichtet. Jetzt geht die Geschichte weiter. Aktuell schreibt der Mannheimer Morgen, dass die Lufthansa-Tochter Eurowings ihre halbe Flotte still legen will:
“Mit Beginn des Sommerflugplans am 28. März würden alle 17 Maschinen vom Typ Bombardier CRJ 200 und zudem zwei Jets von Typ CRJ 700 abgeschafft, teilte die Gesellschaft mit Hauptverwaltung in Dortmund am Dienstag mit. Eurowings hat derzeit 34 Flugzeuge und rund 1260 Mitarbeiter. Die Lufthansa hält 49 Prozent der Anteile, kann das Unternehmen aber mit Hilfe einer Stimmrechtsbindung komplett steuern.”
rp-online schreibt dazu: “Die Schockwellen gingen gestern von Dortmund aus quer durch den Lufthansa-Konzern. Viele befürchten, dass Eurowings nur den Anfang für eine umfassende Neuordnung auch anderer Regionalpartner wie der Stuttgarter Contact Air, der Augsburg Airlines, Air Dolomiti oder der Kölner CityLine ist.”
Derweil ist Ryanair, ein Konkurrent von Eurowings im Billigflieger-Segment, von einem Fluglotsenstrik in Dublin betroffen. Nach einer dpa-Meldung müssen die Airports in Dublin, Shannon und Cork heute voraussichtlich zwischen zwei und vier Stunden geschlossen werden. Ryanair strich 48 Flüge mit rund 6000 Passagieren. Als Grund für den Streik wurde Unzufriedenheit der ArbeiterInnen über Lohn und Arbeitsbedingungen genannt.
ver.di: Keine Ahnung und nicht kampfbereit
Die DGB-Gewerkschaft Ver.di hat sich offenbar weder durch das Verfolgen der Wirtschaftsnachrichten, noch durch organisatorische Vorbereitung auf kommende Konfrontationen eingerichtet. Stattdessen läuft sie anscheindend noch in dem Business-as-usual-Programm der 80er Jahre und gibt das übliche Verlautbarungs-Kauderwelsch zu Protokoll. Die DGB-Gewerkschaft zeigt sich, wie rp-online schreibt, “von den Vorgängen völlig überrascht”. Man stelle sich auf “lange und schwierige Verhandlungen” ein. Der Konzern müsse mit “massiven Widerständen” rechnen. Ein Streik als Reaktion auf die absehbaren Kündigungen sei rechtlich allerdings nicht möglich.
Den letzten Satz bitte mehrfach langsam nachsprechen. Lahmarschiger kann eine Gewerkschaft kaum wirken.
Quellen:
Tochter Eurowings legt 19 Flugzeuge still - Entlassungswelle bei Lufthansa, rp-online, 20. Januar 2010.
Lufthansa-Tochter Eurowings legt halbe Flotte still, Mannheimer Morgen, 19. Januar 2010
Fluglotsen-Streik in Irland, aero.de am 19. 01. 2010
Posted by stuhlfauth in allgemein, arbeitskämpfe, gewerkschaftskritik, transport / bahn
