Eurest streicht Kantinen-Personal Vergünstigungen beim Essen / Bespitzelung und Misstrauen am Arbeitsplatz sind die Folge / Demonstration gegen Eurest und Commerzbank am 26. Januar 2012

Würden Sie diesen Kollgen wirklich schlucken wollen?
„Nur wer arbeitet, soll auch essen“, heißt ein kaltherziger Satz, der wahlweise dem Apostel Paulus, dem Kirchenreformer Martin Luther, dem SPD-Gründervater August Bebel, sowie dem Hartz-IV-Strategen Franz Müntefering zugeschrieben wird. Der Kantinen-Konzern Eurest und die Gastro-Gewerkschaft NGG glänzen im Jahr 2012 mit einer zynischen Variation: „Wer für einen Hungerlohn in der Küche schuftet, soll sich in Zukunft Butterbrote von zu Hause mitbringen“
Die ArbeiterInnen in vielen deutschen Werkskantinen kochen deshalb vor Wut. Eine Lohnerhöhung von 2,3% hat die NGG dem größten deutschen Kantinenbetreiber Eurest (Compass Group) kurz vor Weihnachten „abgerungen“, manche sagen abgebettelt. Dazu eine Sonderzahlung von 70,- EUR im Januar 2012. Wo der sprichwörtliche Schmalhans jahrelang nicht nur Küchenmeister war sondern auch Gewerkschaftssekretär, nimmt sich das beinahe ordentlich aus.
Der Schein trügt
Früher gab es für Eurest-MitarbeiterInnen das Mittagessen umsonst. Schon vor Jahren ist die DGB-Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) eingeknickt und hat nach einer kleinen Lohnerhöhung der Erhebung von Essensgeld zugestimmt. So bekamen die KollegInnen die paar Euro, welche man ihnen generös in die rechte Tasche gesteckt hat, aus der linken wieder heraus genommen. Auch jetzt wird es so sein. Denn was einmal klappt, klappt auch zweimal, hat man sich wohl gedacht.
Ab Januar 2012 gibt es für die Kantinenarbeiter_innen von Eurest in Deutschland nur noch eine Hauptmahlzeit. Das heißt: Es gibt für die Beschäftigten in den Küchen und Kantinen kein Frühstück oder kein Mittagessen mehr. Der Eurest-Gesamtbetriebsrat, mehrheitlich durch NGG-Mitglieder besetzt, hat dem noch vor Weihnachten zugestimmt.
Genuss-Gewerkschaft schluckt Kröten ohne Ende Weiterlesen