Tag Archiv für Hartz IV

Erneute Hetze gegen Arbeitslose

Schmarotzer-Rhetorik und Sklavenmarkt. Widerliche BILD-Propaganda trifft auf hessische Realitäten

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Springers Bild Lügenblatt, modifizierter Kasten gesehen am 9. April 2012 in Köln

Das Forum gegen-harz.de berichtet am 12. April 2012 von erneuter Hetze der BILD-Zeitung gegen Arbeitslose. Es geht um eine angebliche Rekordzahl an Sperren, die sich bei näherer Betrachtung in Luft auflöst.

Zeitgleich bereiten sich hessische Arbeitsämter anscheinend auf eine neue Stufe der systematischen Demütigung von Erwerbslosen vor.

Laut Recherchen der Tageszeitung Junge Welt planen die Behörden für den 26. April 2012 einen „Aktionstag 50plus“, bei dem sich über 50jährige Hartz-IV-Bezieher z.B. in der Stadthalle in Bad Schwalbach regionalen Zeitarbeitsfirmen wie auf dem Sklavenmarkt präsentieren sollen.

Dagegen bezieht Rainer W. Monzheimer von der Wiesbadener Intiaitve für soziale Gerechtigkeit Stellung: Weiterlesen

Leiharbeit / Zeitarbeit: KeineR will – viele sollen.

Rechte kennen und durchsetzen ! Kurzinformationen für Arbeiter_innnen, die von Leiharbeit betroffen sind oder Arbeitslose, denen von Amts wegen Leiharbeit droht

Zusammengestellt von der IWW Bremen. Der Text datiert auf März 2012 und ist auch als Faltblatt per pdf abrufbar.

Im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel wurde die Leibeigenschaft bereits 1433 offiziell aufgehoben; im Königreich Hannover erst 1833. Über die exakte Abgrenzung zwischen Leibeigenschaft und Sklaverei streiten sich seither die Gelehrten. Die sog- "Leiharbeit" beginnt in Deutschland ab 1967, einen Boom erlebt sie durch die Hartz-Gesetze ab 2003.

Hinlänglich bekannt sind viele Fakten über die Leiharbeit: Es gibt wenig Lohn, meistens dauert das Arbeitsverhältnis nur wenige Wochen, wird mensch in der Probezeit krank ist die Entlassung sicher. Aber dennoch, die Presse jubelt Zeitarbeit als “Jobmotor” hoch und die meisten von der Arbeitsagentur und den Jobcentern zugewiesenen Stellen sind Jobs in der Leiharbeit.

Fast eine Million Menschen jobben als LeiharbeiterIn. Inklusive der enormen Wechsel, dürften 2 Millionen Menschen diese Ausbeutungsmühle jedes Jahr durchlaufen. Die meisten nicht freiwillig, denn die Zuweisung auf einen Job bei einer Verleihfirma durch das Jobcenter ist damit verbunden, dass eine Sanktion bei unbegründeter Ablehnung fällig wird.

Seit 2012 gibt es in der Leiharbeit einen Mindestlohn. Dieser wird angepriesen als angebliche Verhinderung der Ausbeutung. Dies ist aber eindeutig falsch, für 98 Prozent der LeiharbeiterInnen ändert sich gegenüber den bisher abgeschlossenen Tarifen nichts. Ausserdem hat es zum 1.12.2011 einige Änderungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes gegeben.

Daher diese Kurzinformationen, die einen Anhalt für Rechtsansprüche für mehr Geld oder für die Vermeidung von Sanktionen geben können. Weiterlesen

Tod im JobCenter: Filliale im Gallus wird geschlossen

Presse entsetzt über Gewaltbereitschaft von Arbeitslosen / Fall Christy Schwundeck bleibt unaufgeklärt / Statt individueller Verzweiflung: kollektive Revolte!

Bereits am 26. Juli 2011 berichtete die Frankfurter Rundschau, dass die Außenstelle der Jobcenter für Wohnsitzlose in der Mainzer Landstraße 315 in Frankfurt-Gallus nun aufgelöst werden soll.

Dort ist am 19. Mai 2011 die Deutsch-Nigerianerin Christy Schwundeck von der Polizei erschossen worden. Der Fall löste unter Arbeitslosen wie afrikanischen Communities in Deutschland große Bestürzung aus. Es gab am 18. Juni 2011 eine Demonstration mit ca. 200 Teilnehmer_innen durch die Frankfurter Innenstadt.

Nun hat die Frankfurter Armutsverwaltung erkannt, dass eine Konzentration von besonderen Problemfällen in einer gesonderten Außenstelle (Wohnungslose, Menschen mit psychischen Problemen, etc.) nicht besonders produktiv war und die Sicherheit der Mitarbeiter dauerhaft gefährden könnte. Weiterlesen

Neuer Leitfaden ALG II / Sozialhilfe erschienen

Ratgeber der Wuppertaler Beratungsstelle Tacheles in neuer Auflage

Der Leitfaden ist für Betroffene und deren Berater ein fundierter Ratgeber. Er soll zur rechtlichen Gegenwehr befähigen und ermutigen und er soll ermutigen sich gegen Sozialabbau und Lohndumping zur Wehr zu setzen. Der Leitfaden enthält 536 Seiten und ist zum Preis von 11 EUR incl. Versand erhältlich. Nähere Infos zum Leitfaden, ein Stichwörter zum Probelesen gibt es hier: http://www.tacheles-sozialhilfe.de/literatur/Leitfaden.html