Tag Archiv für Sklavenhändler

IG Metall-Tarif 2012: KapitalistInnen voll zufrieden – LeiharbeiterInnen voll geleimt

Branchenzuschlag für Leiharbeit in der Metallindustrie / Nur wenige Leiharbeiter_innen kommen in den Genuss der vollen Aufschläge / Equal Pay für Leiharbeit per Tarif unterlaufen / Eine kritische Auswertung

Illustration aus dem alchemistischen Buch "Della tramutatione metallica sogni tre" von Gio. Battista Nazari, 1571 oder früher.

[Hinweis: Der Beitrag enthält die Meinung eines IWW-Mitglieds. Sie muss nicht der Meinung der IWW entsprechen. Der Text ist als pdf verfügbar.]

Die Tarifrunde in der Metallindustrie ist vorbei, es gibt einen Abschluss für die festangestellten KollegInnen der Metall- und Elektroindustrie und einen zweiten für die dort beschäftigten LeiharbeiterInnen.  Der von einigen traditionslinken Presseorganen herbeigeschriebene bevorstehende große Klassenkampf  hat zum xten mal nicht stattgefunden.
Und ganz erstaunlich, alle sind zufrieden, die IG Metall, die Unternehmerverbände und nicht zuletzt die Bundesregierung,  die durch die EU Richtlinie zur Leiharbeit einem gewissen Handlungsdruck ausgesetzt war und sich diesem mit den Tarifabschlüssen entziehen zu können glaubt.

Es lohnt sich also ein genauer Blick auf das Ergebnis der beiden Tarifvereinbarungen.

Für die Metallindustrie gab es einen Abschluss von 4,3 Prozent für 13 Monate, was einem Jahresergebnis von 3,9 Prozent entspricht.  Immerhin kein Reallohnverlust, aber der Ertrag aus der Steigerung der Arbeitsproduktivität geht fast vollständig an die KapitalistInnen. Weiterlesen

Erneute Hetze gegen Arbeitslose

Schmarotzer-Rhetorik und Sklavenmarkt. Widerliche BILD-Propaganda trifft auf hessische Realitäten

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Springers Bild Lügenblatt, modifizierter Kasten gesehen am 9. April 2012 in Köln

Das Forum gegen-harz.de berichtet am 12. April 2012 von erneuter Hetze der BILD-Zeitung gegen Arbeitslose. Es geht um eine angebliche Rekordzahl an Sperren, die sich bei näherer Betrachtung in Luft auflöst.

Zeitgleich bereiten sich hessische Arbeitsämter anscheinend auf eine neue Stufe der systematischen Demütigung von Erwerbslosen vor.

Laut Recherchen der Tageszeitung Junge Welt planen die Behörden für den 26. April 2012 einen „Aktionstag 50plus“, bei dem sich über 50jährige Hartz-IV-Bezieher z.B. in der Stadthalle in Bad Schwalbach regionalen Zeitarbeitsfirmen wie auf dem Sklavenmarkt präsentieren sollen.

Dagegen bezieht Rainer W. Monzheimer von der Wiesbadener Intiaitve für soziale Gerechtigkeit Stellung: Weiterlesen

Leiharbeit / Zeitarbeit: KeineR will – viele sollen.

Rechte kennen und durchsetzen ! Kurzinformationen für Arbeiter_innnen, die von Leiharbeit betroffen sind oder Arbeitslose, denen von Amts wegen Leiharbeit droht

Zusammengestellt von der IWW Bremen. Der Text datiert auf März 2012 und ist auch als Faltblatt per pdf abrufbar.

Im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel wurde die Leibeigenschaft bereits 1433 offiziell aufgehoben; im Königreich Hannover erst 1833. Über die exakte Abgrenzung zwischen Leibeigenschaft und Sklaverei streiten sich seither die Gelehrten. Die sog- "Leiharbeit" beginnt in Deutschland ab 1967, einen Boom erlebt sie durch die Hartz-Gesetze ab 2003.

Hinlänglich bekannt sind viele Fakten über die Leiharbeit: Es gibt wenig Lohn, meistens dauert das Arbeitsverhältnis nur wenige Wochen, wird mensch in der Probezeit krank ist die Entlassung sicher. Aber dennoch, die Presse jubelt Zeitarbeit als “Jobmotor” hoch und die meisten von der Arbeitsagentur und den Jobcentern zugewiesenen Stellen sind Jobs in der Leiharbeit.

Fast eine Million Menschen jobben als LeiharbeiterIn. Inklusive der enormen Wechsel, dürften 2 Millionen Menschen diese Ausbeutungsmühle jedes Jahr durchlaufen. Die meisten nicht freiwillig, denn die Zuweisung auf einen Job bei einer Verleihfirma durch das Jobcenter ist damit verbunden, dass eine Sanktion bei unbegründeter Ablehnung fällig wird.

Seit 2012 gibt es in der Leiharbeit einen Mindestlohn. Dieser wird angepriesen als angebliche Verhinderung der Ausbeutung. Dies ist aber eindeutig falsch, für 98 Prozent der LeiharbeiterInnen ändert sich gegenüber den bisher abgeschlossenen Tarifen nichts. Ausserdem hat es zum 1.12.2011 einige Änderungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes gegeben.

Daher diese Kurzinformationen, die einen Anhalt für Rechtsansprüche für mehr Geld oder für die Vermeidung von Sanktionen geben können. Weiterlesen

Zeitarbeit: Mindest(mini)lohn vereinbart

Wie IG Metall und ver.di ihre Chancen nicht nutzten und niedrige Leiharbeitstarife möglich machten / Hintergründe, Kritik und Rückschau der DGB-Leiharbeitspolitik

Grabdenkmal des Sklavenhändlers Caius Aiacius, Köln, 30-40 n. Chr

Grabdenkmal des Sklavenhändlers Caius Aiacius, Köln, 30-40 n. Chr. / Lizenz: GNU, Autor: Marcuc Cyron

Er wird also kommen: ein „neuer“ Mindestlohn für die ca. 900 000 ZeitarbeiterInnen. Dies hat der Tarifausschuss beim Bundesministerium für Arbeit beschlossen und das Bundeskabinett in seiner letzten Sitzung des Jahres 2011 abgesegnet. Somit wird nach Baugewerbe und wenigen anderen Branchen ein weiterer Tarif nach dem Entsendegesetz als Mindestlohn definiert.

7,89 Euro im Westen und 7,01 Euro Brutto pro Stunde in den neuen Bundesländern sind wahrlich kein Anlass zum Jubel. Jedenfalls nicht für die Lohnarbeiter_innen. Allenfalls das Kapital kann sich freuen, sind doch damit bis Ende 2013 Niedriglöhne garantiert. Hartz-IV-Ergänzung ist möglich.

Unverständlich ist daher die Reaktion des DGB Bundesvorstandsmitglieds Matecki, der in einer Pressemitteilung vom 9.12.2011 verlauten liess: „Damit haben die DGB Gewerkschaften zusammen mit den beiden Arbeitgeberverbänden iGZ und BAP ein wichtiges Etappenziel zugunsten der Beschäftigten der Branche erreicht: eine flächendeckende Lohnuntergrenze in der Leiharbeit“.

Diese Aussage ist pure Augenwischerei. Weiterlesen

Protest gegen Zeitarbeitsmesse in Bremen

Sicherheitsfirma greift AktivistInnen an

In der Waterfront in Bremen-Gröpelingen fand am Samstag, den 21. Mai 2011 die 12. Zeitarbeitsmesse unter dem Motto „Arbeit mit Zukunft“ statt. Um ihre grundsätzliche Ablehnung der Zeitarbeit deutlich zu machen, versammelten sich dort circa 20 AktivistInnen aus verschiedenen linksradikalen und sozialpolitischen Gruppen. Mittels Flugblättern, Redebeiträgen und Transparenten wurden die BesucherInnen informiert. Weiterlesen